Umfrage Handy-Flatrate: Studenten nutzen lieber Prepaid-Verträge


In den letzten zwanzig Jahren haben das Internet und rasante Fortschritte aus dem Bereich mobiler Telekommunikation die  Wirtschaft und unsere Gesellschaft entscheidend verändert. Ende der 90-er Jahre erhielt das Internet zunehmend Einzug in heimische Wohnzimmer, zu Anfang des neuen Jahrtausends wurde das Handy immer mehr zum Symbol von Flexibilität und dauerhafter Erreichbarkeit. Es gibt außerhalb von Mobiltelefonie und Internet kaum andere technische Errungenschaften, die die Gesamtwirtschaft und unser zwischenmenschliches Kommunikationsverhalten in ökonomischer und zivilisatorischer Hinsicht derart revolutionär verändert haben. Betrachtet man retrospektiv den zeitlichen Verlauf dieser Entwicklung, so gilt es festzustellen, dass die zunehmende regionale Verfügbarkeit und sinkende Preise dieser Dienste, zur rasanten Verbreitung von Handys und Internetzugängen geführt haben. Waren Internetzugänge und Mobilfunkgeräte zu Beginn des neuen Jahrtausends – auch aus Kostengründen – noch eher die Ausnahme, so gelten diese heutzutage nahezu als selbstverständlich.


Gerne nutzen Studenten Smartphones, um über Soziale Netzwerke zu kommunizieren

Gerne nutzen Studenten Smartphones, um über Soziale Netzwerke zu kommunizieren

Jüngere Menschen (Schüler, Studenten, etc.) weisen seit jeher eine besondere Affinität für neue Entwicklungen und Technologien auf und so wundert es nicht, dass diese Altersgruppe, von Anfang an als “Digital Natives” bezeichnet wurde. Es war und ist eine Generation, für die, Online, Handy und SMS bereits zum Alltag gehören. Diese neuen Technologien haben wesentlich dazu beigetragen, dass der Begriff “soziale Kontakte” neu definiert wurde: trat man vorher eher von Angesicht zu Angesicht einander gegenüber, so findet heute die Kommunikation untereinander hauptsächlich über E-Mail, Social Media und SMS, bzw. Handys statt.
Und so wundert es nicht, dass Studenten zu den Pionieren der Social-Media-Nutzung avancierten, denn mit StudiVZ (eine soziale Plattform für Studenten) trat erstmalig ein derartiger Dienst ins Rampenlicht der öffentlichen Wahrnehmung. Doch die Entwicklung geht unaufhörlich weiter und heute sind es Medien wie Facebook, Xing,  LinkedIn oder auch Twitter, wo sich Studenten besonders engagieren und eigene Netzwerke aufbauen und unterhalten.



Bei Facebook Neuigkeiten austauschen, mit Freunden kommunizieren, und neue Menschen kennenlernen – und das stets mit einem nie dagewesenen Aktualitätsgrad, ermöglicht durch bezahlbare, mobile Internetzugänge. Doch in den letzten Jahren sehen sich Studierende mit explodierenden Mietkosten, Studiengebühren und allgemein steigenden Lebenshaltungskosten konfrontiert. Der Staat spart zunehmend bei der Bildungspolitik und so müssen Studenten, ihre eh schon meistens knappen monatlichen Budgets, behutsam einteilen.


Da gilt es, Fixkosten zu sparen wo es nur geht und den Spagat zwischen Notwendigkeit und Machbarkeit zu finden. Ein wesentlicher Kostenfaktor mit möglichen Einsparungspotentialen zeigt sich bei vielen Studenten deshalb in der modernen Kommunikation. Es sind bezahlbare Tarife gefragt, die sowohl das Telefon als auch das Internet in sich vereinen. Breitband-Internet-Zugänge und Telefon als Festnetzanschlüsse haben sich hinsichtlich der notwendigen Mobilität bei vielen Studenten überholt. Flexibilität, gerade auch in geografischer Hinsicht ist gefragt. Die Lösung: Mobilfunk-Tarife für Telefonie und Internet-Zugänge in Form von Handy-Flatrates und Mobile Datentarife, im Idealfall so genannte Allnet-Flatrates. Klobige Personal Computer  und sperrige Monitore weichen Tablet-PCs und vor allen den neuartigen Smartphones. Nicht nur der Student von heute spart sich die doppelte Belastung von Festnetz-Anschluss und Handy-Vertrag, die in der Regel beidseitig jeweils mit rund 30,00 Euro monatlich zu Buche schlagen. Dank UMTS-HSPA und LTE gibt es das schnelle Internet und die komplette Telefonie in All-Net-Flatrates für Smartphones bereits für 20,00 Euro monatlich. Der  reguläre SMS-Dienst hat sich Dank Daten-Flatrates fast schon überholt, neue Kommunikationskanäle wie das WhatsApp ermöglichen wesentlich kostengünstigere Alternativen.


Problematisch für viele Studenten ist dabei leider die notwendige Hardware in Form eines Smartphones oder Tablet-PC. Neue Mobilfunk-Standards und Software-Updates lassen mobile Endgeräte schnell altern und zwingen den Endverbraucher, sich spätestens alle zwei bis drei Jahre nach einem neuen Gerät umzusehen. Die Mobilfunk-Industrie hat sich schamlos auf diese Bedürfnisse eingestellt und bietet dem notorisch klammen Studenten subventionierte Smartphones zum Mietkaufpreis von monatlich 10,00 Euro an. Leider sind derartige Angebote mit Laufzeitverträgen und, oft auch ungünstigen, Mobilfunktarifen  verbunden, die den Kunden für mindestens 24 Monate, nicht selten aber auch über Jahre binden. Echte Handytarif-Angebote für Studenten sind  so gut wie nicht mehr zu finden und wenn, dann wird dem Studenten zur Allnet-Flatrate und dem Ein-Euro-Smartphone ein subventionierter Tablet-PC als Zukauf angeboten.


Einfacher hat es der Student, der sich ein neueres Smartphone ohne SIM-LOCK-Sperre, also ohne Vertrag, leisten kann. Er ist weder an einen Mobilfunk-Anbieter, noch an ein bestimmtes Mobilfunknetz und schon gar nicht an einen bestimmten Mobilfunkvertrag gebunden. Er erhält sich die höchste Flexibilität für eine Handy-Flatrate bzw. All-Net-Flatrate, gerade auch in Form eines Mobilfunk-Prepaid-Tarifes, also ohne bindende Vertragslaufzeiten.


Beispiele für Prepaid-Angebote Stand 12/2013:

Anbieter Netz Gespräche SMS Internet zu buchbar:
Congstar D1 0,09 € 0,09 € 0,24 € / MB Festnetz-Flat
SMS-Flat
Daten-Flat
Blau.de E1 0,09 € 0,09 € 0,24 € / MB Festnetz-Flat
SMS-Flat
Daten -Flat
Fonic E2 0,09 € 0,09 € 0,24 € / MB Daten-Flat
Discotel plus E2 0,075 € 0,075 € 0,49 € / MB Festnetz-Flat
SMS-Flat
Daten-Flat
klarmobil E2 0,09 € 0,09 € 0,49 € / MB Festnetz-Flat
SMS-Flat
Daten-Flat
maxxim D2 0,08 € 0,08 € 0,35 € / MB Festnetz-Flat
SMS-Flat
Daten-Flat

Weitere Mobilfunk-Anbieter mit ähnlichen Prepaid-Angeboten sind (Stand 12/2013):
freenet-mobile, allmobil, callmobile, simyo, bildmobil, simply, discotel, mcsim, debitel, fyve, bigsim, mymtvmobile, xtra-click, callya, o2prepaid oder base.

Schüler und Studenten mit einer schmalen Kasse nutzen häufig verschiedene Mobilfunk-Prepaid-Tarife, um kurzfristig auf ihre Bedürfnisse reagieren zu können. Prepaid-Tarife haben keine Vertragslaufzeiten sowie häufig keine Mindestgebühren. Je nach Gegebenheit können Handy-Flatrates für unterschiedliche Netze gewechselt, hinzu gebucht oder storniert werden.


Erhebung unter Studenten:
Nutzung einer Handy-Flatrate als Prepaid- oder Laufzeitvertrag

In einer durch uns an der Ruhr-Universität in Bochum und der Uni Leipzig durchgeführte Befragung unter insgesamt 400 Studenten, ergab sich, dass insgesamt 61 Prozent der Studenten einen Prepaid-Tarif, hingegen nur 38 Prozent einen festen Handy-Vertrag nutzen. Die Befragung verriet zudem, dass Handy- bzw. Smartphone-Flatrates, bei Studierenden hoch im Kurs stehen, ganze 58 Prozent der Befragten gaben an, eine Handy-Flatrate (Internet + Sprachdienste + SMS) in Anspruch zu nehmen. Flexibilität, langfristige Kostensicherheit und keinerlei Vertragsverpflichtungen waren für viele Studierende Argumente, Prepaid-, bzw. Flatrate-Tarife zu nutzen.


Handy-Flatrate - Allnet-Flatrate oder Mobilfunk-Zeittarif? - Mobilfunk-Prepaid oder Laufzeitvertrag?

Handy-Flatrate - Allnet-Flatrate oder Mobilfunk-Zeittarif? - Mobilfunk-Prepaid oder Laufzeitvertrag?



Wenn unsere Befragung mit 400 Teilnehmern auch nicht repräsentativ sein kann, zeigt sie hinsichtlich der Nutzung von Mobilfunk-Prepaid-Karten und Mobilfunk-Laufzeitverträgen einen anderen, nämlich gegenteiligen Trend zur übrigen Bevölkerung. Während in unserer Erhebung 61% der befragten Studenten eine Prepaid-Karte und 39% einen Mobilfunk-Laufzeitvertrag nutzten,



Umfrage 2013: Anteil von Prepaid- und Vertragskunden deutscher Mobilfunkkunden

Umfrage 2013: Anteil von Prepaid- und Vertragskunden deutscher Mobilfunkkunden

zeigt eine Studie des Institutes für Demoskopie Allensbach, dass die bundesdeutsche Bevölkerung sich mit 61% lieber auf Laufzeitverträge einlassen und nur 37,5% eine Prepaid-Karte nutzen. Bei dieser Erhebung wurden im Zeitraum von Oktober 2012 bis April 2013 insgesamt 25.020 Handynutzer im Alter ab 14 Jahren befragt.


Der Grund für den gegensätzlichen Trend zwischen Studenten und der übrigen Handy-nutzenden Bevölkerung dürfte ganz profan an das zur Verfügung stehende Geld liegen. Bei Personen mit einem regelmäßigen Einkommen spielt die Bindung nach einem Mobilfunk-Laufzeitvertrag und Miet-Kauf-Handys nicht nur eine untergeordnete Rolle, es macht hinsichtlich der Schnelllebigkeit im Mobilfunkbereich sogar Sinn. Für einen monatlichen Mietkaufpreis von durchschnittlich 10,00 Euro hat der Endkunde stets ein aktuelles Handy bzw. Smartphone, das sich alle zwei Jahre gegen ein neueres Gerät austauschen lässt. Hierbei wird der Kunde dann auch mit seinem Mobilfunkvertrag konfrontiert und stellt vielfach seinen Vertrag um. Die monatlichen Preiskonditionen für die Handy-Flat (Einzelnetz), Fullflat (alle Netze) bzw. Allnet-Flat (Telefonnetze und Internet-Datennutzung) ändern sich erfahrungsgemäß nur unwesentlich zu Ungunsten des Mobilfunk-Kunden.


Studenten haben zumeist andere Bedürfnisse und Intentionen: Durch ihr knappes Budget müssen sie stets ihre Fixkosten im Blick behalten und nutzen deshalb zeitgleich gerne unterschiedliche Mobilfunk-Prepaid-Karten und zwar in Abhängigkeit der Tarifkonditionen für Einzel-Flatrates und SMS. Wer kann und hat, nutzt dabei dann ein so genanntes Triband-Handy. Außerdem behält sich der Student mit einer Mobilfunk-Prepaid-Karte die Flexibilität, auf seine, möglicherweise wechselnden Standorte, kurzfristig reagieren zu können. Gerne werden über Prepaid-Tarife dann auch mobile Datentarife genutzt, die volumenbasiert (Megabyte-Kondition) oder Zeitbasiert (Tagesnutzung ohne Begrenzung) über Netbooks oder Tablet-PCs genutzt werden können. Auch hier gilt angesichts der großen notwendigen Mobilität flexible Handlungsweisen für möglicherweise andere Datennetze.


Beispiele für Standard Handy- bzw. Allnet-Flatrates Stand 12/2013:

Anbieter Netz Handy-Flatrate Daten-Flatrate Laufzeit-Vertrag
Telekom D1 in alle Netze bis 2 GB 24 Monate
mobilcom-debitel D1 in alle Netze bis 300 MB 24 Monate
freenet-mobile D1 in alle Netze bis 500 MB 1/24 Monate
congstar D1 in alle Netze bis 1 GB 1/24 Monate
simyo D2 in alle Netze bis 500 MB 1/24 Monate
yourfone D2 in alle Netze bis 500 MB 1/24 Monate
blau D2 in alle Netze bis 500 MB 1/24 Monate
base D2 in alle Netze bis 500 MB 24 Monate
mobilcom-debitel D2 in alle Netze bis 500 MB 24 Monate
aldi-talk D2 in alle Netze bis 500 MB 1 Monat
o2 E2 in alle Netze bis 5 GB 24 Monate
simply E2 in alle Netze bis 1 GB 1 Monat
mobilcom-debitel E2 in alle Netze bis 500 MB 24 Monate
klarmobil E2 in alle Netze bis 500 MB 1/24 Monate
KDG E2 in alle Netze bis 300 MB 24 Monate


Die hier aufgelisteten Beispiele für Full-Flatrates zeigen (Tabelle oben), dass das Telefonieren in alle Netze in den jeweiligen Flatrates enthalten ist; in den Daten-Flats gibt es ein eingeschränktes Kontingent in HSPA-Geschwindigkeit. Je nach Provider und Angebot liegen die Bindefristen bei zwischen einem und 24 Monaten. Derartige Flatrates sind bereits zum Preis von 20,00 Euro monatlich zu haben.
Die untere Tabelle zeigt Allnet-Flatrates mit LTE-Geschwindigkeiten. In der Regel sind die Volumina für den Datenverbrauch wesentlich höher, dafür steigt der monatliche Preis auch bis zu 40,00 Euro oder höher. Ist das Datenkontingent im Abrechnungszeitraum aufgebraucht, wird der Zugang (wie auch in der oberen Tabelle) auf 64 KBit/s bzw. 32 KBit/s gedrosselt. Je nach Tarif und Mobilfunk-Anbieter besteht allerdings die Möglichkeit, die Drosselung bis zum nächsten Abrechnungszeitraum durch Zahlung eines Einmalbetrages wieder aufzuheben.


Beispiele für LTE-Geschwindigkeiten in Allnet-Flat-Tarifen, Volumen-Kontingente und Drosselung:

Smartphone LTE-Tarife für Daten-Flatrates – Telekom (Stand 12/2013):
Tarif Download in MBit/s Drosselung ab Drosselung auf
Complet XS 8 100 MB 64 KBit/s
Complet S 16 500 MB 64 KBit/s
Complete M 16 750 MB 64 KBit/s
Complete L 25 1 GB 64 KBit/s
Complete XL 50 2 GB 64 KBit/s
Complete XXL 100 5 GB 64 KBit/s
Smartphone LTE-Tarife für Daten-Flatrates – Vodafone (Stand 12/2013):
Red M 42,2 1 GB 32 KBit/s
Red L 100 4 GB 32 KBit/s
Red Premium 50 10 GB 32 KBit/s
Vodafone Black 10 30 GB 32 KBit/s
Smartphone LTE-Tarife für Daten-Flatrates – o2 (Stand 12/2013):
o2 Blue All-in L 50 2 GB 32 KBit/s
o2 Blue All-in XL 50 5 GB 32 KBit/s

Text